Stadtfest Delmenhorst: Der Donnerstag!

Perlen vor die Säue?

Es ist eine eher ungewöhnliche Variante, dass ein Stadtfest bereits am Donnerstag startet und dafür Samstags endet. Insofern war ich gespannt, ob das Paket des Veranstalters in Delmenhorst am letzten Donnerstag merklich anlockte oder der Umstand, dass die meisten am Freitag noch arbeiten müssen, eher eine Blockade darstellte.

Angefixt wurde ich von den beiden Gigs mit Black Sheep Burning sowie den Rockalots aus Bremen-Nord, die regional recht bekannt sind und als Anheizer schon auf vielen Stadtfesten die Bühne ins Wanken brachten. Sie alleine sollten merklich ziehen.

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Was ging ab?

Black Sheep Burning sind eine junge Truppe. die aber schon etliche Jahre Spielpraxis auf dem Buckel hat. Bands wie Nirvana oder die Red Hot Chilli Peppers dürften zu ihren musikalischen Vorbildern zählen. Die Band kommt frisch und hoch ambitioniert daher. Obwohl der Zuschauerzuspruch vor der Bühne recht überschaubar war, sorgten sie für eine gute Stimmung und ernteten einen absolut verdienten Applaus. Ich empfehle die Truppe insbesondere MC’s oder freien Bikertreffen für ein knackiges Open House oder eine größere Bikerparty, durchaus auch als Headliner. Die machen Spaß und sind frei von Allüren!

Black Sheep Bunring lieferten frisch und ambitioniert ab!

Als die hoch versierten und regional bekannten Rockalots mit Gesangs-Guru Sam die Bühne am Bismarckplatz betraten, hatte ich zunächst das Gefühl, dass sich das Publikum ausgedünnt hatte. Wie jetzt, sitzen die Delmenhorster tatsächlich trotz des super Wetters um 20.00 Uhr vor dem TV-Gerät, statt den prächtigen Sonnenschein zu nutzen, um wenigstens einen Abstecher zum Stadtfest zu machen? Gottlob änderte sich das im Laufe des Konzertes.

Die Rockalots boten das, was man erwarten darf. Finest Classic Rock!

Frontmann Sam machte das, was ihn auszeichnet und gab sich vom Start weg die Rampensau. Da ist er ein Vollprofi, obwohl mir sein permanenter Bühnenpogo gelegentlich too much ist. Nun, er lebt Musik und es ist halt seine Art des Ausdrucks. Fotografen bekommen jedenfalls in kürzester Zeit eine coolen Shot. Fakt ist, der Mann kann was und ist ein ausgezeichneter Sänger, dem seine Bandkollegen an Fertigkeiten in nichts nachstehen.

Die Rockalots präsentierten einen hoch attraktiven Querschnitt von Klassikern aus dem Bereich Classic Rock. Die Truppe verfügt über so viel Bühnenerfahrung, das sie nahezu jeden Ohrwurm aus dem Ärmel schüttelt. Das ist natürlich das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit. Sie spielen nicht nur Rock, sie zelebrieren ihn. Die Version von Thin Lizzys „Whiskey in the Jar“ war jedenfalls vom Feinsten, so wie die meisten Songs im Set absolut überzeugten. Fazit? Beide Gigs haben Spaß gemacht und haben weitaus mehr Publikum verdient gehabt.

20.30 Uhr auf dem Bismarkplatz. Da hätte mehr los sein müssen!

Warum Donnerstags?

Ich habe keine Ahnung, warum man seitens des Veranstalters die klassische Variante eines Stadtfestes von Freitag bis Sonntag verlassen hat. Es mag gute Gründe geben, letztlich aber kann man sich den Donnerstag m. E. schenken. Zu sehr sind die Leute in Ihrem Ausgehverhalten genormt und denken über das Weekend.

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Die meisten müssen Freitags arbeiten, sind vom Job am Donnerstag Abend ohnehin platt. Ergo bleiben sie mit dem Hintern auf der Couch und geben sich den Feierabend, gehen lieber am Wochenende auf das Stadtfest. Obwohl das Wetter am Donnerstag nahezu perfekt war, waren zur Prime Time 20.30 bis 21.00 Uhr an beiden Bühnen die Vorplätze nahezu verwaist. Das kann man auch nicht schön reden, selbst wenn man den Donnerstag als Warm Up Day ansieht.

20.45 Uhr auf dem Rathausplatz. Ein verwaister Vorplatz! An den Buden ging es!

Denn letztlich wird das Event unter anderem von den Händlern finanziert. Die zahlen ein Standgeld und brauchen den Umsatz, um auf ihre Kosten zu kommen. Bei dreitätigen Events ist es häufig nur ein Tag, der am Ende einen Gewinn bedeutet. Ein derart gutes Wetter wie am letzten Donnerstag zieht am Sonntag mit Sicherheit weitaus mehr Leute, vor allem auch Auswärtige, die Donnerstags am wenigstens Bock darauf haben, noch mal eben 50 Km oder mehr nach Delmenhorst zu gurken.

Das verteilt auf 5 Bierwagen ist einfach zu wenig.

Mit diesem Konzept ist man definitiv darauf angewiesen, dass Freitag und Samstag richtig was abgeht. Das sieht auf Fotos im Kreisblatt ja immer nett aus, wenn man im besten Augenblick einen Shot von einem vollen Rathausplatz erstellt oder die Perspektive geschickt wählt, auf die gesamte Dauer der Veranstaltung hin gesehen, ist das aber für die Händler und Getränkewagen zu wenig.

Unter dem selbst ernannten Motto „Klein, aber fein“ empfehle ich der Wirtschaftsförderung wieder ernsthaft über den Sonntag nachzudenken. Wenn einige Bands da schon für null Gage oder eine läppische Bratwurst spielen, dann haben diese wenigstens mehr Zuschauer verdient. Ein Frühschoppen mit einer coolen Rockabilly Band dürfte auch am Sonntag auf dem Rathausplatz ziehen, denn guter Rock N Roll geht eigentlich immer.

Da ich Freitag und Samstag auf Bikertreffen war, kann ich das Stadtfest insgesamt nicht beurteilen, klemme mir also ein Gesamtfazit und verweise auf das Netz. Der Donnerstag ist nach meinem Empfinden jedenfalls wie das sprichwörtliche Perlen vor die Säue werfen!

Impressionen von 18.30 bis 21.00 Uhr!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.