Der Bodensatz: Doppelte Power!

Im Zusammenhang mit dem Projekt der Bodensatz – Biker & Friends helfen Obdachlosen von einem Erfolg zu sprechen, nun, da tue ich mich stets schwer. Denn an sich ist es ja traurig genug, dass es in der fünftgrößten Wirtschaftsnation überhaupt notwendig ist Akuthilfe zu leisten, weil es der Staat nicht gebacken bekommt, die Ursachen und Folgen der Obdachlosigkeit systemathisch zu bekämpfen. Ich spreche da lieber von einer gelungenen Aktion. Und gestern waren es davon gleich zwei.

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Bremen!

Da wir die Aktion kurzfristig auf den Parkplatz an der Neukirchstraße verlegen mussten und dieses Mal auch die Kommunikation mit unseren beiden Kontaktern in die Szene hinein nicht reibungslos klappte, mussten wir von einer eher mäßigen Resonanz ausgehen. Hinzu kam das echt meise Wetter. Um doch noch einige Obdachlose mehr zu erreichen, war Bodensatz früh morgens ausgerückt, um am und im Bahnhof noch einmal die Zielgruppe auf die Aktion hinzuweisen. Das hatte positive Effekte, denn entgegen der Erwartung wurde diese recht gut angenommen. Am ursprünglichen Standort wurden die Leute ebenfalls abgepasst und auf den neuen Aktionsstandort hingewiesen.

Entgegen unserer Erwartung war die Resonanz in Bremen doch recht gut.

Singer & SongwirterTom Shadow aus Oldenburg hielt Wort und trällerte souverain seine Eigenkompositionen, was dazu führte, dass die Verweildauer der Leute recht hoch war, sodass es auch zu mehr Gesprächen über die aktuelle Situation kam. Es stellte sich u. a. heraus, das die Anzahl der Obdachlosen deutlich ansteigt, u. a. auch ein Ergebnis der höheren Migration, insbesondere von Menschen aus den ehemaligen Ostblock-Staaten. Hier bahnt sich ein ernsthaftes Problem an, Konflikte sind vorprogrammiert. Diesbezüglich ist der Staat in hohem Maße gefordert.

Singer & Songwriter Tom Shadow an den sechs Saiten!

Die Sachspenden wurden gut angenommen, es wurden zudem neue und brauchbare Klamotten abgegeben. Heißgetränke, Salat und Grillwürste sorgten wenigstens für eine Weile für ein Wohlgefühl, die Hygieneartikel waren erneut der Renner. Von den vier gelieferten Kartons, ging fast alles unter die Leute. Natalie vom Projekt Frieda, uns seit geraumer Zeit bekannt, untersützte Bodensatz erneut, Frieda wird von einigen Ladys geführt, welche jeden Freitag ebenfalls mit einer Akuthilfe am Bremer Hauptbahnhof aktiv sind. Dessen Ruf in der Obdachlosen-Szene ist sehr gut.

Oldenburg!

Die Oldenburger berichteten von einer hohen Zulaufquote. Weit über 100 Personen fanden den Weg in die ehemalige Kantine der Post, die nunmehr von den 33ern als Clubhouse genutzt wird. Diese untersützen Bodensatz seit geraumer Zeit, in dem sie uns für die Aktionen die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Ein absolutes Pfund, da sich diese in direkter Bahnhofsnähe befinden und damit Bodensatz in Oldenburg unabhängig vom Wetter agieren und auf die vorhandene Logistik zugreifen kann.

Besser geht es einfach nicht. Die Clubbude der 33er ist echt Gold wert!

Der Sachspendenpool ist in Oldenburg derzeit so hoch, dass damit das gesamte Foyer augestattet werden konnte. Es gibt eine Garderobe und die Ladys beraten die Obdachlosen bei der Auswahl. Die Stimmung war erneut total easy. Wie gewohnt agierten die anwesenden 33er im Hintergrund und kümmerten sich zuverlässig um den gesamten Gastropart. Diese Option ist einfach genial. Leider ist so etwas in Bremen derzeit überhaupt nicht absehbar.

Fazit!

Die parallele Ansetzung der Aktionen in Bremen und Oldenburg wurde teilweise als kontra-produktiv angesehen. Letztlich hat aber alles sehr odentlich funktioniert und die Gesamt-Resonanz bewies, dass Bodensatz immer mehr Akzeptanz erfährt. Man kennt uns und scheut sich auch nicht davor mit uns Probleme der Straße zu erörtern, die etwas komplexer sind und tiefer gehen. Nun, auch dazu sind wir vor Ort.

Eine Weihnachts-Aktion macht Bodensatz nicht. Erstens sind im Dezember genügend Angebote der institutionellen Organisationen angesetzt und zweitens ist der Bedarf nach den Festtagen am höchsten. Es muss allen bewusst sein, dass der Winter die Zeit ist, in der die meisten Obdachlosen versterben. Die gute Tat zur Xmas ist zwar nett für das eigene Ego, aber danach flaut meistens jegliche Hilfsbereitschaft massiv ab. Deshalb rate ich dazu, dass man die Power auf mehrere Aktionen verteilt oder sich direkt an bestehende Projekte wendet, die auf Langfristigkeit setzen.

Durch etliche Ausgaben ist unser Konto recht strapaziert und die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Daher freuen wir uns aktuell auch über jede noch so kleine finanzielle Unterstützung. Für Interessierte hier unser Direkt-Link: https://www.facebook.com/groups/Bodensatz/

Anmerkung: Wer bereits in 50 oder mehr verschiedenen Gruppen ist, sollte nur dann um einen Aufnahme in die Gruppe bitten, wenn er wenigstens inhaltich zu dem Aspekt Obdachlosigkeit etwas beitragen möchte. Und ganz wichtig! Obdachlose werden nicht gegen Migranten in Stellung gebracht!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.