Rocker Talk 3: Wat los?

Nach dem Rocker Talk 2 wurde vom Rockerportal vorgegeben, dass der nächste Rocker Talk im Bereich Ulm stattfindet. Vermutlich steckt man dazu bereits heftig in den Orga-Vorbereitungen und/oder knüpft die notwendigen Kontakte im Süden der Republik. Wir wissen es nicht. Und genau darin steckt das Dilemma.

Denn seit dem 03. Oktober findet keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung mit dem gesprochenen Wort sowie potentiellen Talk-Themen für die Zukunft mehr statt. Die Anzahl der Kommentare hat sich gegenüber dem Opener im April keinesfalls erhöht, im Gegenteil, magere 9 Posts sprechen aktuell eine deutliche Sprache. Wie kann das sein?

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Nun, dem Rockerportal die alleinige Verantwortung dafür in die Schuhe zu schieben, wäre billig und zudem weltfremd. Denn letztlich sind es die Szene-Gänger selber, die das Format mitgestalten müssen, denn das Credo des Rocker Talks lautet „Aus der Szene und für die Szene!“, doch wenn selbst die registrierten User im Rockerportal da nicht mehr mitspielen, ist die Nummer zum Scheitern verurteilt. Ich hänge die Nummer jedenfalls nicht an den immer wieder selbigen Kommentatoren auf.

Der Rocker Talk ist sicherlich irgednwie auch ein heißes Eisen. Meines Erachtens kann nur Transparenz die glut schmälern!

Der Rocker Talk ist sicherlich irgednwie auch ein heißes Eisen. Meines Erachtens kann nur Transparenz die Glut schmälern!

Potentielle Gründe!

In kaum einer Kultur ist es so schwierig mit Inhalten und Ansichten eine breite Masse zu erreichen. Lediglich die Bad News finden immer wieder das ungebrochene Interesse vieler Rocker. Doch wenn man sich die Kommentare dazu durchliest, soltte man an sich annehmen dürfen, dass gerade der positive Ansatz des gemeinsamen Gespräches in einer Talk-Runde den Nerv der Zeit trifft. Haben wir uns getäuscht? Ich komme nicht umhin, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Natürlich ist der Rocker Talk kein mathematisches Rechenspiel, aber wenn bereits nach so kurzer Zeit das Interesse verpufft, und bisher wurde zum Rocker Talk 2 keine wirkliche öffentliche Diskussion geführt, dann liegt da doch wohl etwas im argen. Von daher kann ich mir nur vorstellen, dass auch hier der Rocker wie ein Kosument zu werten ist, der immer wieder mit Futter versorgt werden muss, damit er seine verbale Blockade-Haltung aufgibt und sich aktiv mit dem Format auseinander setzt.

An diesem Punkt sind natürlich die Macher gefordert. Wer zum gemeinsamen Konzert aufruft, der muss auch die Technik stellen, soll heißen, er muss die Szene mit Substanz versorgen. Es kommt nicht zwingend darauf an, wann und wo genau der Talk stattfindet, aber die möglichen Themen sollten sich am Interesse der Rocker-Szene orientieren und dieser Blues kann ohne Probleme öffentlich geführt werden. Warum also damit warten? Das ist doch ein gute Brücke zu der parallel geführten Organisation des Spektakels selbst und führt auch dazu, dass die beteiligten Szene-Gänger neugierig darauf sind, wie das gemeinsam erarbeitete Thema im Talk selber umgesetzt wird. Dürfte zudem Teilnehmer bringen.

Natürlich setzt dies voraus, dass man das so will und sich zudem ernsthaft die Frage stellt, ob man das überhaupt kann. Dem Neutralitäts-Aspekt gerecht zu werden, ist dabei das schwierigste Unterfangen. Meines Erachtens ist das nur durch die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Format selber möglich. Ein Agieren im Verborgenen führt nur zu Spekulationen. Begründet oder nicht. Und das tun Rocker nun einmal allzu gerne.

Zugegeben, dieser Prozess ist mühsam, erfordert ohne Ende Geduld. Die Menschen wollen aber eingefangen werden. Widerstans-Kultur hin oder her, bloße Parolen bringen rein gar nichts. Wer A sagt, muss auch B sagen. Und natürlich macht einen sowas angreifbar. Dessen muss man sich klar sein. Doch warum sollte man auf eine gegenteilige Meinung verzichten? Nur damit alle das Gefühl haben, hier zieht jeder am selben Strang. Mit Schönfärberei wird das nichts. Es war doch klar, dass dieser Prozess dauert.

Kürzlich sagte mir ein Club-Member auf einer Party, dass die Kontroverse zwischen dem Portal und mir nicht gerade förderlich war. Ich habe ihn darauf hin gefragt, ob ich der Nabel der Welt sei und er mir ernsthaft weiß machen will, dass eine Kontroverse zwischen zwei Parteien über die ideologische und strategische Ausrichtung tatsächlich nicht dem entspricht, was jede Woche auch in den Klubhäusern stattfindet. Und das unter dem Aspekt der Tatsache, dass ich ja raus bin. Da guckte er mich nur an und schwieg.

Letztlich kam heraus, dass er auch lieber den Mund hält, als sich in die Nesseln zu setzen. Das kann ich voll und ganz nachvollziehen. Nur kommen wir so keinen echten Schritt weiter. Und nun? Ideen und Anregungen?

Mein Vorschlag für 2016 besteht darin, dass man sich mit Plattformen wie der von RN Josef, der Rockerpage von Ecki, und anderen Anbietern mal in Verbindung setzt, um festzustellen, ob es ein Interesse gibt, das Format Rocker Talk gemeinsam medial zu präsentieren, also ein Kommunikations-Netzwerk zu spinnen. Das Rockerportal bleibt Chef im Ring.

Das hätte meine Erachtens viele Vorteile hinsichtlich Vermarktung, Außenwirkung und Diskussion, da sich der Verbreitungsgrad auf den Punkt enorm erhöht. Klar weiß ich, dass sich damit die Anzahl der Möchtegerns erhöht, aber eben auch die der wirklich mit der Szene aktiv verbundenen Rocker!  Falsch gedacht?

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.