5th Avenue: Interview zu 30 Jahre Bandgeschichte!

Am 29. November gibt die Hamburger Band 5th Avenue aus Anlass ihres 30jährigen Bandbestehens im Knust in Hamburg ein Jubiläumskonzert. Ich hatte die Band bereits auf einem meiner Bikertreffen zu Gast sowie vor Jahren für ihren ersten dortigen Gig an das Motorcycle Jamboree vermittelt, wo sie auch in diesem Jahr erneut derbe abrockten. Ich habe die Gelegenheit genutzt und mit Gründungsmitglied Knobel ein Interview über 5th Avenue geführt.

5th Avenue blicken auf 30 Jahre Bandhistorie zurück. Gefeiert wird am 29. November im Knust.

Frage & Antwort!

Wann genau wurde die Band gegründet und wie kam es überhaupt dazu?

Die Band wurde 1989 gegründet, ich habe mit einem Vorläufer der Band (u. a. mit Leuten wie Pascal Kravetz) bei einem Bandcontest gespielt, die beiden Gitarristen Simon und Adam waren da schon dabei. Simon brachte seinen Bruder Daniel mit und Adam seinen Kumpel Eddy, den wir von Gitarre auf Bass umschulen mussten. Mit Didi am Schlagzeug war das erste Lineup denn komplett.

Wo habt ihr seinerzeit geprobt?

Wir hatten erst einen Proberaum in HH-Hamm mit fließend Wasser, allerdings an den Wänden. Nachdem unser ganzes Equipment angeschimmelt waren, sind wir denn in einen Raum mit Tageslicht umgezogen.

Auf dem diesjährigen Jamboree waren 5th Avenue erneut zu Gast. Kurz vor dem Finale kam das Unwetter!

Wann war das erste Live-Konzert und wie war damals das Feeling dazu?

Der erste Gig war beim Höpen Air in Schneverdingen, wir waren alle sehr nervös und haben uns mit ordentlich Kurzen den Angstschweiß weggetrunken…

Wie ging es danach weiter?

Danach waren wir gleich Support für Pink Cream 69, die damals sehr angesagt waren. Danach haben wir vor 1.500 Leuten beim OXMOX Bandwettbewerb gespielt. Bei dem Gig ist mir meine Hose im Schritt gerissen. Ich dachte nur „Scheiss drauf, notfalls spielst Du halt den Gig mit frei laufenden Eiern“ Zwei Wochen später haben wir das Knust innerhalb von 10 Minuten ausverkauft. Das haben nicht mal REM geschafft. Da hat die Hose denn auch gehalten.

Impressionen!

Wann kam es zum ersten Wacken-Gig und was hattet ihr für Vorstellungen zu dem Event?

Thomas (einer der beiden Gründer) hatte uns live gesehen und wollte uns unbedingt am zweiten Tag als Headliner haben. Eine Vorstellung hatten wir nicht, es reimt sich ja nicht mal was auf Wacken. Und wer kannte das Dorf denn damals schon? Ich weiß noch, dass die Straßen immer kleiner wurden und wir mehr Kühe als Menschen gesehen haben. Ich dachte mir nur „Wo zur Hölle soll hier ein Festival stattfinden?“

Die erste LP. Was fällt Euch dazu ein?

Wir sind ja damals mit viel Tamtam nach Los Angeles gefahren. Die BILD Zeitung hat ein Studio Tagebuch veröffentlicht, Interviews für RTL und die Bravo, das war schon spannend. Aber es war auch harte Arbeit, ich weiß noch, dass wir dachten wir können alles spielen auf dem Album. Unser damaliger Produzent (Roger Summers u.a. Don Henley , Rage against the Machine) hat uns denn erst einmal aufgezeigt was wir wirklich können, nämlich nichts. Der hat uns in drei Monaten mindestens zwei Klassen besser gemacht. Ich habe dort mehr gelernt als in meiner ganzen aktiven Zeit zusammen. Insgesamt war es toll in LA abzuhängen und viele bekannte Musiker zu treffen, seinen Traum zu leben.

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Wann und warum kam es zum Bruch der Band?

Das Album wurde ja außer der Single „Luka“ nicht veröffentlicht, obwohl die Single ja sogar in die Charts ging. Wir waren vertraglich an Plattenfirma und Verlag gebunden, konnten nicht so richtig weitermachen. Haben immer auf das Album gewartet. Simon hat sich denn entschlossen, musikalisch in eine ganz andere Richtung zu gehen. Da habe ich denn nicht mehr reingepasst. Zwischenmenschlich war das alles sehr enttäuschend. Ich hatte danach null Energie, die Band weiterzumachen, habe 5th Avenue auch nie als One Man Show verstanden und habe somit ganz mit der Musik aufgehört.

Wer hat die Reunion in Gang gebracht?

Ich wollte eigentlich nur einen Song wieder aufnehmen, da ich das Angebot hatte mit dem inzwischen leider verstorbenen ex GILLAN und OZZY Gitarristen Bernie Torme einen Song einzuspielen. Also habe ich unseren alten Trommler Ingo gefragt, ob er nicht Lust hat. Seine Frau meinte denn, warum wir nicht gleich 5th Avenue wieder auf die Bühne holen. Naja, drei Wochen später hatten wir den ersten Gig!

Das Cover der aktuellen CD „Last Greetings from the Petting Zoo“!

Wie seht ihr den Status Quo. Was dürfen wir für die Zukunft erwarten?

Wir werden 2020 definitiv ein neues Album machen, ich sage nur… es bleibt spannend…

Wie ist eigentlich Eure Beziehung zur Biker-/Rocker-Szene?

Wir haben schon 1990 auf Bikerfesten gespielt. Zu der Zeit bin ich ja noch meine alte Triumph gefahren und hatte viele Freunde in der Szene. Wir haben ja auch heute viele Freunde in verschiedenen Clubs. Uns macht es immer sehr viel Spaß auf Bikertreffen zu spielen, Du wirst immer mit sehr viel Respekt und Wertschätzung empfangen, das empfinde ich als extrem motivierend. Da gibt man immer noch ein bisschen mehr Gas auf der Bühne, man möchte die Leute ja auch in Ekstase bringen (lacht). Beim letzten Jamboree hatten wir aber das Pech bei gefühlten 40C vor dem großen Unwetter zu spielen. (Ende Interview)

1989 bis 2019. 5th Avenue in der aktuellen Besetzung!

Jo, an die Nummer beim letzten Motorcycle Jamboree kann ich mich gut erinnern. Zusammen mit 5th Avenue und anderen Musikern standen wir unter einem Zelt und versuchten gemeinsam das Teil auf der Erde zu halten, was auch gelang. In der einen Hand die Zeltstange, in der anderen Hand ein Bier. Schräge Nummer. Ich bin gespannt, was wir von 5th Avenue noch alles hören werden. Für den 29. November wünsche ich in jedem Fall ein geiles Jubiläumskonzert. Danke für das Interview!

Hier mal ein Video zu unserem damaligen Treffen. Musik by 5th Avenue!

Impressionen!

Konzertlink: https://www.facebook.com/events/2731301433553711/

Bandlink: https://5thavenue-hamburg.com/

Fotos: Bildfeldfotografie, zur Verfügung gestellt von 5th Avenue!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.