Früher waren es einmal die alten Haudegen, die unsere Szene maßgeblich beeinflussten. Heute sind es Influencer, Diesen Eindruck gewinnt man unweigerlich, wenn man sich die zum Teil sehr hohen Klickzahlen anschaut. Von einem derartigen Content kann ich nur träumen.
Es liegt in der Natur des Menschen, dass ihn spektakuläre Headlines enorm anfixen. Da geht er drauf ab. Daher ist der Leser für die sogenannten Publikumsmedien auch ein leichtes Opfer. Wer verifiziert denn schon die Inhalte? Die wenigtens. Doch wenn man es tut, stellt man fest, dass die Inhalte nur selten mit validen Fakten hinterlegt sind.
Von daher ist es kein Wunder, dass die ganzen Ex-Member von 1%er-Clubs im Netz mit der Scheiße, die sie sich gegenseitig an den Kopf knallen, offensichtlich so erfolgreich sind. Doch bei wem sind sie es? Sind das wirklich szenekundige Leute, die aktiv in der Szene unterwegs sind und unsere Subkultur damit durch einen gelebten Lifestyle prägen, oder sind es eher die Leute, die sich vom Sofa aus mit Inhalten berieseln lassen, die sie mangels eigener Erfahrungen ohnehin nicht abschätzen können?
Ich schaue mir diese Formate auch an, sogar regelmäßg. Dabei geht es mir keinesfalls um die Protagonisten selbst, sondern im Kern um die Vergleichbarkeit von Aussagen. Mit politischen TV-Formaten halte ich es genauso. Wenn man das tut, stellt man recht schnell fest, dass die Inhalte oftmals äußerst widersprüchlich sind. Szeneunkundige User werden aber von einer guten Rhetorik oder der verbal harten Kante eingefangen. Es klingt alles so glaubwürdig.
Von außen betrachtet entsteht unweigerlich der Eindruck, dass Rocker genau das sind, was die Klischees hergeben. Machen können wir dagegen nichts. Das Spiel funktioniert, und man muss sich nicht wundern, wenn dann genau die Leute in die Szene einsteigen, die maßgeblich den Spirit mitbringen, der für ein bestimmtes Klientel interessant ist. Insofern liegt die Verantwortung bei der Szene selbst, vor allem den Clubs, rigoros darauf zu achten, wer an die Tür klopft und aus welchem Grund. Schöne neue Welt?
Fazit!
Es ist nicht alles falsch, was von den Medien kommuniziert wird, aber von einer wirklich fundierten Berichterstattung sind die meisten Verlage weit entfernt. Mit den Influencern haben sie nun aber Leute an ihrer Seite, die dem Aspekt Crime ein zusätzliches Gewicht verleihen und den Eindruck vermitteln, dass die Berichterstattung wohl doch repräsentativ ist. In Bezug auf die gesamte Szene ist es das aber keineswegs der Fall.