Army Vets MC: Einblicke und Interview!

Ich mag mich täuschen, aber die Akzeptanz der Veteranen in der Bikerszene, scheint in den USA deutlich höher zu sein. Jedenfalls belegen das aus meiner Sicht die dortigen Memorial Runs, wo aktive Soldaten kein Problem damit haben, den ehemaligen Kameraden auf dem Bike mit dem Salutieren Respekt zu zollen. Hierzulande habe ich oftmals das Gefühl, das der Staat sich für das Soldatentum schämt.
Top-Anzeige
Jedenfalls fehlt mir in der Öffentlichkeit ein klares Bekenntnis zu dem, was die Männer oftmals in den Einsätzen leisten müssen. Außer Phrasen kommt da nicht viel rüber! Der Army Vets MC gehört zu den Clubs, die sich aus dem aktiven Soldatentum heraus gegründet haben. Ich habe mit deren Secretary ein Interview geführt. Einblicke!

Der Army Vets MC hat sich im Kosovo gegründet . Sein Honour Run geht 2019 in die 11. Runde!

Wann wurde der Army Vets MC gegründet und welche Motivation ging dem voraus?
Der ARMY VETS MC wurde 1999 im Kosovo Einsatz mit dem Ziel gegründet, motorradfahrende Soldaten zu einem Motorradclub zu vereinen, um die Kameradschaft und Brüderlichkeit auch nach dem Einsatz zu erhalten.
Bis Mitte 2000 waren wir ohne Colour auf unser sogenannten Ochsentour unterwegs. Hierbei haben wir alle Clubs in Deutschland, Belgien und New Mexico abgefahren und uns vorgestellt. Erst danach wurden die Farben auf das Leder genäht.
Von den Ideengebern ist keiner mehr dabei, da unter anderem keiner der Männer Club Erfahrungen hatte und die Meinungen auseinander gingen, ob ein MC oder „nur“ eine Gruppe fahrender Soldaten gegründet werden solle. Von den eigentlichen Gründungsbrüdern ist nur einer über geblieben.

Veteranen und aktive Soldaten in Kutte? Das sollte in einer liberalen Gesellschaft kein Problem sein! Doch den Männern fehlt es massiv an Akzeptanz und Würdigung durch den Staat!

Wer kann bei euch Mitglied werden?
Die Voraussetzungen um Mitglied des ARMY VETS MC Germany zu werden, sind ein Motorradführerschein, ein Motorrad ab 500ccm und der Nachweis, dass man aktiver Soldat ist oder ehrenhaft aus einer regulären Armee ausgeschieden ist. Dabei sind wir nicht nur auf die Deutsche Bundeswehr beschränkt. Frauen werden nicht als Mitglieder aufgenommen. Wir haben szenenübliche Aufnahmezeiten mit mindestens drei Monaten Hangaround- und 12 Monaten Prospectzeit.

Der Army Vets MC pflegt ein völlig normales Clubleben in der Szene!

Unterscheidet Ihr euch nur durch den Soldatenstatus von anderen MC’s oder gibt es noch weitere Aspekte?
Wir sind der erste militärische MC in Deutschland. Bei uns steht Familie und Beruf an erster Stelle. Wir versuchen, so weit wie möglich, unsere Familien mit unser Clubleben einzubinden.

Der Honour Run findet in 2019 zum 11. Mal statt!

Thema Honour Run. Wann findet der nächste statt und welche Message hat dieser?

Nächstes Jahr veranstalten wir am 13.07. den 11. Honour Run, wieder unter dem Motto „eine Ausfahrt, drei Kranzniederlegungen, eine Party“ und er wird eine unserer drei 20-Jahres-Jubiläumspartys. Die Wohltätigkeitsveranstaltung inklusive der Demo-Ausfahrt versucht Aufmerksamkeit und Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen => Stichwort: Veteranentag.

Am Honour Run kann jeder teilnehmen, sofern er die Message mit trägt!

Wer kann dort mitfahren?

Jeder ist herzlich willkommen, der an seine gefallenen Kameraden und an die derzeitigen Einsatzkameraden gedenken möchte.

Was denkt der Army Vets MC über die aktuelle Situation in der Szene?

Die Frage bezieht sich sicherlich auf das Kuttenverbot. Nun, in unserem direkten Umfeld spürt man es kaum. Das kann sich allerdings auch sehr schnell ändern. Ein großer Fehltritt eines Mitglieds kann schnell zu Folge haben, dass es den gesamten Club belastet. Das ist in unseren Augen eine große Sauerei. Wir achten daher deutlich mehr als früher darauf, dass unsere eigene Haustüre schön sauber gefegt ist.

Der Club unterhält auch internationale Kontakte in andere Army Clubs hinein!

Nehmt ihr auch an internationalen Veteranentreffen teil?
Ja, wir haben ein großes, international weit verzweigtes Netz, gleichgesinnter MCs mit militärischen Hintergründen.

Fühlt Ihr euch eigentlich vom Staat ausreichend gewürdigt?

Nein! Akzeptanz, Respekt und politische Unterstützung sind nicht gegeben. Die Ansprache unseres aktiv dienenden Präsidenten beim diesjährigen Honour Run hat dies auf den Punkt gebracht.(Ende Interview)

Der nächste Open House Termin in Gütersloh ist am 17. November!

Die letzte Frage habe ich ganz bewusst zum Schluss gestellt. Der Staat tut sich m. E. immens schwer mit dem Thema umzugehen. Ob es an dem historischen Ballast oder der Kutte liegt, spielt dabei für mich keine Rolle. Männer gehen für ihr Land in den Einsatz und sterben unter Umständen. Einsätze, die vermutlich bei vielen Soldaten irgendwann auch einen emotionalen und ideologischen Konflikt auslösen.

Ehre, Respekt und Loyalität stehen für den Club ganz vorne auf der Agenda!

Tun sie das richtige, bewirken sie etwas? Mit diesen Gedanken kann man sie nicht alleine lassen, insbesondere nach harten und schwierigen Einsätzen. Schon längst hätte das Verteidigungsministerium ein Zeichen setzen müssen, dass positiv auf den gesellschaftlichen Diskurs wirkt. Und dazu gehört zum Beispiel, das man den in Kutte fahrenden Veteranen und aktiven Soldaten erlaubt, im Rahmen des Honour Runs auch das Amt anzufahren, was den Teilnehmern bisher versagt wurde. An dem Thema bleibe ich dran!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.