Szenemedien & Wechselwirkungen!

Seit der Einführung der sozialen Netzwerke, allen voran dem Fratzenbuch, gibt es auch immer mehr Szenegänger, die sich dazu berufen fühlen eigene Rockermedien an den Start zu bringen. Technisch ist das recht simpel. Header und Logo erstellen, Seite installieren, und schon kann es losgehen. Statt eigener Inhalte werden jedoch in aller Regel die Beiträge Dritter einfach nur verlinkt. Und an Futter mangelt es an sich nie. Die Seiten füllen sich schnell.

Und da stehen die Bad News aus dem Mainstream ganz hoch im Kurs. Klar, mit dem Leitmotiv der Medien generiert man ohne Ende Leser. Denn auch wenn sich die meisten Rocker & Biker über die Art der Berichterstattung permanent aufregen, sie konsumieren es ja trotzdem. Wir sind halt so gestrickt, dass ein Match unter Rockern weitaus tiefere Emotionen auslöst, als zum Beispiel die relaxte Tour für ein Benefiz. Spätestens an der Anzahl der Kommentare wird das absolut deutlich.

Verantwortung!

Ihr könnt mir glauben, ab und an sitze ich am PC und würde am liebsten meinen Gedanken freien Lauf lassen. Doch dann denke ich über die potentiellen Wechselwirkungen nach. Wem könnte ich damit schaden? Wie nimmt das jetzt die Szene auf? Schade ich mir oder meinem Club? Ist das wirklich substantiell?
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich sowie der persölichen Einstellung dauert denn auch schon mal länger, als das Erstellen der Beiträge selbst. Und das ist gut so! Trotzdem ist man vor einem Fehler niemals gefeit. Man kann ganz einfach nicht alle potentiellen Wechselwirkungen einschätzen.

Trotzdem, auch wenn man nur die Beiträge Dritter verlinkt, so steht jeder Beitreiber einer derartigen Plattform oder Informationseite in einer Verantwortung. Denn er muss sich darüber im klaren sein, dass alleine die Anzahl an Beiträgen zu einem konkreten Thema auf seiner Seite ein Meinungsbild erzeugt, dass auch mal ganz schnell in eine Richtung abdriftet, die zwar nicht gewollt, aber oftmals bei geschärftem Blick durchaus vorhersehbar ist. Da steht der Wunsch nach vielen Likes und reichlich Interaktionenen schon mal in einem Konflikt zu der Wahrnehmung in der Szene.

Das es diese Beiträge gibt, liegt indes nicht in ihrer Verantwortung, denn die Anlässe zu einer Berichterstattung finden ja in der Szene statt oder werden vom Mainstream so dargestellt. Doch reicht es als Argument für das gesamte Wirken m. E. nicht aus, darauf zu verweisen, dass man die Texte ja nicht selber geschrieben habe, diese lediglich als Info der Allgemeinheit präsentiert  werden. Gerade derzeit ist das ein großes Problem. Der Staat versucht mit allen Mitteln das Zweite Gesetz zur Verschärfung des Vereingesetzes durchzuboxen, die Szene diskutiert heftigs, doch die Rockermedien sind voll mit negativem Input. Ein großes Problem.

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Die Wahrnehmung!

Denn das erzeugt ein optisches Gesamtbild. Dieses wirkt sich auf alle Beobachter in der unbewussten Wahrnehmung negativ aus. Und nun versucht doch mal in einem permanten negativen Umfeld irgendwelche positiven Effekte zu erzielen. Viel Spaß! Daher ist es wichtig, die Posts zu balancieren. Da es in der Regel die uns allen bekannten Clubs sind, die das Mediengeschehen bestimen, ist dieses jedoch nur dann möglich, wenn man nicht auf jeden Zug aufspringt, sich ganz einfach mal die ein oder andere Aktion verkneift. Das allerdings kostet ggf. Leser.

Facebook ist für die Rockermedien der Global Player!

Facebook ist für die Rockermedien der Global Player!

Dieses kann man nur ausgleichen, in dem man eigene Inhalte erstellt oder hinsichtlich der Presse-News auf Aufklärung setzt. An dieser Stelle wird es jedoch schwierig, denn erstens muss man sich als Autor klar zu erkennen geben, zweitens muss man teifer einsteigen, und drittens kann es durchaus zu Ablehnung und heftigen Kontroversen führen. Man steht plötzlich selber in der Kritik! Darauf haben die meisten aber nun echt keinen Bock.

Seit jeher plädiere ich dafür, dass wir mehr Aufklärrung brauchen. Die Rocker-Szene diskutiert viel zu emotional. Vermeintliche Fakten werden ungefiltert konsumiert, als gegeben hingenommen und sofort völlig unrefletkiert kommentiert. Die Verantwortlichen in den Chefetagen der Verlage lachen sich vermutlich einen ins Fäustchen, wenn mal wieder das ein oder andere Abo an einen Rocker geht, der ansonsten stets von der Lügenpresse spricht. Damit der Multiplikator hoch ist, wird das Spiel der Farben dann auch noch durch das Geschehen aus dem Ausland angeheizt.

Alternativen!

Zunächst einmal ist es unerlässlich eigene Kontakte aufzubauen. Dazu muss man in die Clubhäuser und auf die Biker-Events. Wenn man wissen will, wie es auf der Straße riecht, muss die Nase halt öfters in den Wind halten. Vom Schreibtisch aus funzt das nicht. Wer das nicht kann, telefoniert halt desöfteren mit den Leuten aus den Clubs. Das kostet Zeit, bringt aber ohne Ende Erkenntisse, die das Spektrum der eigenen Szene-Kenntisse erweitern.

Sorgt vor allen dafür, dass es stets zu reinweg inhatlichen Diskussionen kommt. Mit Scheisshaus-Parolen kommen wir nicht weiter. Wir brauchen echte Substanz. Niemand steht der Rocker-Szene zur Seite und hinterfragt die News bzw. klärt die Leute darüber auf, was tatsächlich Ambach ist. Die Presse wird einen Teufel tun, der Staat ebenso.

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Fazit!

Ich begrüße derartige Infoseiten, wenn in ihnen eine Entwicklung zu einem Mehr an Substanz und Aufklärung zu erkennen ist. Schaut nicht nur auf die Likes. Zwar sind diese ein Indikator für Beliebtheit, aber das ist insbesondere in unserer Szene nur die halbe Wahrheit. Ich habe vom Start weg auf die Übernahme der Bad News verzichtet. Das kostet Content und Reichweite, aber so kämpfe ich wenigstens nicht gegen die Windmühlen des Mainstreams und ich erreiche Leute, die nicht nur reinweg kurzweilig konsumieren. Das der ein oder andere Shop-Anbieter mich deswegen für die Werbung nicht listet, ist halt die andere Seite der Medaille. Damit muss man leben.

Fragt euch vor allem mal selber, wer euch eigentlich kennt. Wenn euch dazu nicht sonderlich viel einfällt, habt ihr nämlich keinewegs das erreicht, was ihr bisher aufgrund der Likes geglaubt habt. Diese werden ohnehin meistens reflexartig gesetzt. Bei Kritik setzt euch mit den Kritikern auseinander. Jede Kontroverse bietet die Chance für eine Weiterentwicklung. Und die Kritiker sollten auch nicht gleich eine Parteilichkeit annehmen, sondern sich selber von den Motiven des Anbieters überzeugen. In jedem Fall ist man stets gut beraten, genau hinzusehen. Ansonsten wünsche ich weiterhin gutes Gelingen!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.