Weltenbummler: Frank Panthöfer im Interview!

5.000 KM? Ein Witz für Frank!

Bisher hatte ich eher Erik Peters in Sachen Motorrad-Dokumentationen auf der Agenda. Vermutlich hängt es damit zusammen, dass ich zwei Videos von ihm bei mir im Office zu liegen habe. Nun ist er aber keinesfalls der einzige, der weltweit unterwegs ist und mit seinem Bike schroffe Landschaften und spektakuläre Naturwelten erkundet und die dabei entstandenen Impressionen einem breiten Publikum präsentiert. Frank Panthöfer ist auch einer dieser Weltenbummler, die ihren persönlichen Traum leben.

Frank Pantenhöfer aka Panny ist ein waschechter Weltenbummelr auf zwei Rädern!

Frank erzählt uns mittels seiner Reisen regelrechte Geschichten, an denen er uns durch seine Bücher, Reportagen oder Multimediavorträgen teilhaben lässt. Es wurde Zeit, dass ich auch ihn einmal zu seiner Passion befrage. Hier mein unredigiertes Mailinterview mit ihm.

1. Panny, seit wann machst du die Motorrad-Dokus und wie bist du eigentlich darauf gekommen?

Auf unserer dreieinhalbjährigen Weltumrundung habe ich angefangen für Motorrad- und Tattoo-Magazine zu schreiben. Zurück in Deutschland folgten dann die beiden ersten Bücher „Krad-Vagabunden – Licht- und Schattenseiten einer Weltreise“ und viele Vorträge dazu.

Mittlerweile ist das Motorrad-Reise-Geschichten-Erzählen mein Beruf geworden in Form von Reiseberichten für Motorradmagazine, vier Büchern und etlichen deutschlandweiten Multimediavorträgen. Wir leben seither phasenweise in Deutschland und phasenweise auf Achse.

2. Welche Kriterien entscheiden, wo es hingeht?

Wir bevorzugen immer stärker Regionen, die nicht übermäßig touristisch sind. Das hat den Vorteil, dass die Menschen dort viel offener und ehrlicher auf Fremde reagieren. So kommt es oft zu herzlichen Begegnungen, die uns mehr Spaß machen als irgendwelche Lonley Planet Sightseeing Punkte abzuklappern.

Eine geringe Besiedlungsdichte, viel Natur und eine angenehme Portion Abenteuer sind außerdem noch wichtig.

Spaß bei einem argentinischen MC!

3. Welche Intention verfolgst du mit den Dokus?

Ich möchte nicht nur vom Reisen an sich berichten, sondern auch unseren Reise- und Lebensstil näher bringen. Wenn wir auf Achse sind, machen wir keinen Urlaub, sondern wir leben „on the road“. Für mich gehört auch das Arbeiten auf Reisen dazu – Stichwort: digitaler Nomade. Da wo mein Laptop steht, da ist mein Arbeitsplatz. Das verlangt viel Selbstdisziplin, denn mit hier und da ein bisschen am Smartphone tippen ist das nicht mal ansatzweise getan. Außerdem leben wir sehr kostensensibel – neudeutsch „low budget“. Wir zelten zum Beispiel oft wild und sind auch sonst recht genügsam – auch in den Phasen, die wir zwischen den Fernreisen in Deutschland verbringen.

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4. Kann man davon leben?

Kann man, wenn man bereit ist, extrem viel zu arbeiten. Aber es gehört sehr viel Idealismus dazu. Wenn ich meinen Stundenlohn ausrechnen würde oder die vielfältigen Risiken der selbständigen Tätigkeit mit ins Kalkül nehmen würde, dann ist das Ganze aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht der helle Wahnsinn. Auf der positiven Seite: Ich hab oft mit interessanten Menschen und Gleichgesinnten zu tun, erlebe sehr viel und habe ganz andere zeitliche Möglichkeiten zu reisen, als ich sie als Angestellter früher hatte.

5. Mit welchen Bikes bist du on the Road?

Die Fernreisen unternehmen wir mit rund zehn Jahre alten Reiseenduros: Honda Transalps der letzten Generation. Die haben Einspritzung, was in extremer Höhe in den Anden und im Himalaya von großem Vorteil im Vergleich zu Vergasern ist. Auf rund 400.000 km hatten wir mit denen praktisch keine nennenswerten technischen Probleme. Verglichen mit dem, was ich zu Kuttenzeiten in jungen Jahren gefahren bin, sind die Transen unspektakuläre, robuste Nutzfahrzeuge.

Meine Freundin fährt aber auf europäischen Touren auch regelmäßig ihre Triumph Bonneville, eine klassische englische Straßenmaschine. Mit der ist sie auch oft und flott abseits des Asphalts unterwegs. Für gute Schotter- oder Erdpisten braucht man nämlich keineswegs zwingend eine Enduro und Stollenreifen. Das Herz am rechten Fleck zu haben, ist viel wichtiger als teures Equipment.

Lost Places statt Lonely Planet!

6. Aspekt MC-Szene. Hast Du dazu eine Beziehung?

Früher sind wir viel auf Motorradtreffen gefahren. Reisen bedeutete damals für uns ausschließlich zu großen MC-Veranstaltungen nach England, Frankreich, Italien, Ungarn und so weiter zu fahren.

Auf der dreieinhalbjährigen Weltumrundung waren wir auch auf vielen Treffen. Vor allem in Süd-Südamerika, also in Argentinien, Chile und Brasilien sind wir oft bei MCs zu Gast gewesen und auch in Neuseeland und Süd-Ost-Asien. Man ist da direkt unter Gleichgesinnten, findet sehr schnell Anschluss und wird teilweise bequem weitergereicht: Oft verlässt man händeschüttelnd neue Freunde und hat schon die Adresse von deren Freunden als nächsten Anlaufpunkt oder den Termin von den nächsten Rallys in der Tasche.

Frank in Nepal!

7. Kann man dich buchen und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Da wir seit zehn Jahren autofrei leben kann ich auf dem Krad kein großes Equipment zu den Shows transportieren. Daher sollte der Veranstalter Beamer, Leinwand und eine Soundanlage haben. Ich mach meine Vorträge am liebsten in standesgemäßen Locations, also Clubhäusern, großen Kneipen, etc. Einfach mich über´s Kontaktformular unserer Homepage www.krad-vagabunden.de anschreiben, dann können wir alles Weitere besprechen.

8. Wo willst du unbedingt noch einmal hin?

Die einzige Region, die bei uns konkret zum zweiten mal auf dem Fernreise-Wunschzettel steht, sind die „Lower 48“ der USA. Wir waren zwar schon mehrfach dort, aber das Land hat einfach so dermaßen viel zu bieten, dass wir es nochmal für ein halbes Jahr unter die Räder nehmen wollen. Diese 48 (der insgesamt 50) US-Bundesstaaten fasziniert unter anderem durch unglaublich viel landschaftliche Abwechslung. Kulturell war das Reisen und das In-Kontakt-Kommen dort sehr einfach – vor allem in der Motorradszene. Last but not least: da gibt es einige Weltklasse-Veranstaltungen aus dem Bereich MC, Musik und Skurriles, die wir einmal im Leben mit machen wollen.

Ölige Finger gehören dazu. Kannst du nicht schrauben, bist du aufgeschmissen.

9. Wo finden die nächsten Events mit dir statt?

Die letzten Termine für dieses Jahr vor der Weihnachtspause sind ausverkauft. Im neuen Jahr mach ich nochmal fünf Shows in Trier, Düren, Schwerte, im Westerwald und in Bremen. Und dann geht’s ab April wieder für ein halbes Jahr „on the road“. Diesmal in die sogenannten STANs (Ex-UDSSSR-Staaten, deren Name auf „stan“ endet) und zum Pamir-Highway (Himalaya). (Ende Interview)

In Bremen? Aha! Nun, da werde ich doch mal den Time Table von Frank im Auge behalten. Ist ja quasi um die Ecke, was man von Franks Touren nun wahrlich nicht behaupten kann. Das ist schon mega geil, wenn man so unterwegs sein kann. Für mich wäre das nichts, denn man muss schon ein sehr spezieller Typ sein, um als ewiger Soloreiter klar zu kommen. Andererseits macht genau das vermutlich den Reiz aus. Es ist absolut raw und frei vom Mainstream. Alle Termine, News und die Möglichkeit, die Bücher mit Widmung zu bestellen: www.krad-vagabunden.de

Fotos: Alle Rechte bei Frank Panthöfer. Verwendung jeglicher Art nur mit Genehmigung!

Impressionen aus aller Welt!

 

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.