Benefiz: Durchaus kritisch beleuchtet!

Gedanken um Benefiz-Aktionen!

Immer wieder treffen wir sie zumeinst in den Fußgängerzonen an, die Spendensammler mit ihren Dosen. Besonders zu Weihnachten. In keinem einzigen Monat ist die Geberlaune der Menschen so hoch wie zum Fest der Geschenke. Das ruft leider nicht nur seriöse und zertifizierte Spenden-Organisationen auf den Plan, es zieht selbstverständlich auch Betrüger an. Also, genau hinsehen. Im Zweifel erst Infos einholen, dann spenden!

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Wenn Menschen durch Inhalte angefixt werden, stellen sie sich sogar spontan in den Dienst der Sache! ( hier: Oliver Peters von 5th Avenue )

Doch um Vereine wie “Brot für die Welt”, “DRK” oder “Uniceff” soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Ich will an dieser Stelle mal meine persönlichen Gedanken zu den Benefiz-Aktionen öffentlich machen, die vom Business kommuniziert werden. Nahezu regelmäßig erhalte ich Presseinfos zu den verschiedensten Charity-Aktionen. Was mir dabei oftmals auffällt ist, dass die betreffenden Organisationen zwar erwähnt werden, doch deren Arbeit so gut wie nie thematisiert ist. Stattdessen werden alle beteiligten Firmen genannt, die das Projekt unterstützt haben, man spricht natürlich generell von einer tollen Aktion, einem Wahnsinn-Ergebnis, den Bürgermeister kriegt man irgendwie auch noch unter, und die Fotos mit den übergroßen Schecks gibt es da ja auch noch. So erzeugt man Image.

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Was will ich damit sagen?

Nun, es wird so viel Energie dafür aufgewendet, das eigene Handeln zu formulieren, dass manch eine Aktion förmlich nach einer gezielten PR-Kiste riecht. Ab und an mache ich mir dann den Spaß, rufe den Informanten an, und versuche von ihm Infos über den Zweck der Aktion zu erhalten. Nicht selten haben die Initiatoren keine oder kaum Ahnung von der Tätigkeit der Organisation, für die sie so einen Wirbel veranstalten. Mir gibt das zu denken. Damit wir uns nicht missverstehen. Jedes Benefiz, welches gemeinnützige oder wohltätige Zwecke zum Inhalt hat, sollte so oft wie möglich unterstützt werden. Doch das Ziel sollte nicht nur das Sammeln von Geld sein, sondern insbesondere die Kommunikation der Inhalte, um eben die Tätigkeit in den Vordergrund zu stellen. Zudem verhindert es den Geruch nach reinem Gutmenschen-Gehabe.

Wenn der Spender auch inhaltlich angesprochen wird, dann steht er ggf. dem Anliegen so positiv gegenüber, dass er selber pro aktiv wird, die Inhalte zukünftig kommuniziert. Das wiederum erzeugt hohe Multiplikatoren, generiert mittelfristig weitere Spenden, unabhängig von gezielten Aktionen. Diesen Aufwand will und kann nicht jeder betreiben. Oder es wird nicht daran gedacht.

Mit einem Scheck in der Hand werdet ihr mich nie sehen.

Mit einem Scheck in der Hand werdet ihr mich nie sehen. Für mich zählt immer die Message!

Sofern aber der Name des Unternehmens öfter genannt wird, als der des Zweckes, werde ich stutzig. Eine Leitmotiv von Benefiz lautet: “Tue Gutes und spreche darüber!”. Das kann man jetzt so oder so verstehen. Der eine stellt den Zweck und das Bedürfnis in den Vordergrund, der andere eben das Ergebnis. Das können wir dann odtmals auf der Homepage in großen Lettern in den News nachlesen. Die meisten Aktionen sind mittlerweile darauf ausgelegt, Synergien zu dem eigenen Betrieb herzustellen. Das ist wirtschaftlich legitim. Es darf jedoch niemals der Eindruck entstehen, dass Benefiz dazu genutzt wird, um selber richtig Kohle zu machen. Das ist unmoralisch und verwerflich.

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Als es vor Jahren den großen Tsunami gab, rollte in der Republik eine Welle der Hilfsbereitschaft. Ich war seinerzeit in einer Delmenhorster Agentur Anzeigenleiter. Die Kunden riefen mich an, ritten im wahrsten Sinne des Wortes auf genau dieser Spenden-Welle, in Asien hatte dieses Natur-Phänomen Tausende getötet, und verlangten nach den Redakteuren, die darüber berichten sollten, weil es ja eine so geile Maßnahme sei, so wichtig, dass der Verlag dieses Anliegen unbedingt unterstützen müsse. Auf Nachfrage stellte sich in den meisten Fällen dann heraus, dass man 5 bis 10% vom erzielten Umsatz spenden würde. Aha, ganz toll. Und den Rest stecken wir uns in die Tasche, oder wie? Sötze wie: “Der gesamte Gewinn geht an den Zweck”, diese fielen eher selten. Ich habe diese Anfragen generell verneint. Dreckiger geht es ja kaum noch!

Wie man doch mit einfachen Dingen Menschen eine große Freude machen kann!

Wie man doch mit einfachen Dingen benachteiligten Menschen eine große Freude machen kann!

Ich werde auch in Zukunft jede Form von Biker-Benefiz unterstüzten, jedoch werde ich auch stets kritisch hinterfragen. Denn gerade uns Rockern wird von der Presse und dem Staat oftmals unterstellt, wir würden Benefiz ausschließlich als PR nutzen, um von was auch immer abzulenken. Bei uns hinterfragt nur niemand das Anliegen, wir stehen nämlich unter Generalverdacht. Sollte ich daher feststellen, ihr habt den Zweck missbraucht, werdet ihr den Tag bereuen, an dem ihr mich angeschrieben habt. Ich scheue mich nämlich keinesfalls, unlauteres Benefiz öffentlich an den Pranger zu stellen. Und wenn sich jetzt jemand peinlich berührt fühlt, dann sollte er mich anrufen. Gutmenschen werden dieses aber nicht un, weil sie keine echte Motivation haben, außer dem eigenem Ego. Und darum darf es bei Spenden niemals gehen!

Noch was. Bevor eine Aktion aus dem Ruder läuft, besser absagen. Denn gute Gedanken ersetzen nicht das Know How! Zudem immer über die Zielgruppe denken. Das eigene Selbstverständnis stets hinterfragen!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.