Clubs: Offene Abende jetzt angehen?

Der Staat hat die Restriktionen mittlerweile gelockert. Nun, da werden mit Sicherheit alle Clubs derzeit ernsthaft darüber nachdenken, ob sie die Clubhäuser für die Szene wieder öffnen. Mal ganz unabhängig davon, dass die Lage sehr komplex ist und die Bundsländer unterschiedlich agieren, gibt es immer noch ein Kontaktverbot bzw. Ausgangsbeschränkungen, die es zu beachten gilt.

Doch wenn man sich dafür entscheidet, dass man unter Einhaltung der Hygienevorgaben wieder aktiv wird, muss man den eigenen Status erst einmal festlegen. Wie werde ich gewertet? Denn eine Speisewirtschaft sind die Clubhäuser ganz sicher nicht. Sie fallen gastrorechtlich eher unter den Aspekt der Schankwirtschaft und diese dürfen eben nicht in allen Ländern geöffnet werden. (Stand heute / Beispiel Niedersachsen)

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Persönliche Meinung!

Ich stehe einer Öffnung kritisch gegenüber. Wie muss ich mir das vorstellen? Potentielle Gäste rufen an und reservieren. Und selbst wenn das nicht erforderlich ist, werden sie an der Tür empfangen und müssen sich mit Klarnamen und Telefonnummer in einer Liste eintragen? Zutritt nur mit Schlauchschal oder Mundschutz? Stets und ständig auf den Mindestabstand achten? Desinfektion allethalben, diese auch noch nach Din-Norm? Nee, so stelle ich mir das echt nicht vor.

So soll es sein, aber so wird es nicht laufen. Egal?

Da es keine Optionen gibt, kann ich absolut nachvollziehen, wenn Clubs trotzdessen wieder aktiv werden. Denn die Szene lebt sehr stark von den offenen Abenden und seinen regelmäßigen Partys und ggf. gewöhnt man sich auch an die Umstände. Ich kann es mir derzeit jedoch nur schwerlich vorstellen. Clubbesuche bedeuten für mich Nähe, Kontakt Face to Face, die Geisterstunde nach Mitternacht, die Zeit, in der die Talks auch mal ernster werden und auch Clubinhalte auf den Tisch kommen. .Es wird kontroves und emotional, die Emotion dominiert, der Abstand schwindet und schwups steht einer neben mir und mahnt zum erneuten Abstand. Da steckt ja echt Potential drin.

Dieser Anblick vor den Clubs ist geil, kann aber schnell die Denunzianten auf den Plan rufen!

Wenn meine Truppe mehrheitlich entscheidet zu öffnen, dann trage ich das voll mit und stehe garantiert nicht mit schlechter Laune in der Ecke, aber persönlich spüre ich noch eine enorme Barriere. Das ist eben nicht meine Vorstellung von einem freien und ungezwungenen Miteinander. Alleine der Gedanke, dass ich meine Gäste notgedrungen kontrollieren mus, erzeugt ein extremes Unbehagen. Dem gegenüber steht nur die Ignoranz der Vorgaben, verbunden mit der Gefahr von Kontrollen, die echt miese Stafen nach sich ziehen. Und da es genügend Leute geben wird, die nur darauf warten, die Rocker anzuscheissen, ist die Wahl zu den Tasten 110 schnell getroffen.

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Fazit!

Wen ihr aufmacht, dann bitte mit Bedacht und ohne ein vermeidbares Risiko. Macht euch schlau, holt euch alles an Infos ran, was wichtig ist, um unnötige Dilemmas zu vermeiden. Und damit meine ich an dieser Stelle nicht einmal vordergründig die Risiken von Covid-19, sondern reinweg rechtliche Risiken, verbunden mit dem entsprechenden Rattenschwanz. Ja, das normale Clubleben fehlt allethalben. Aber wer weiß, vielleicht denke ich anders darüber, wenn ich es live erlebt habe.

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.