Fahrverbote: Vereine & Mauschelei!

Shitstormgefahr!

Seit dem Mai 2020 beschäftige ich mich mit der Forderung nach einem temporären Fahrverbot sowie dem Aspekt Streckensperrungen nach §45 StVO. Ein ausgewiesener Fachmann bin ich nicht geworden, es reicht aber, um mir eine nachhaltige Meinung gebildet zu haben. Die Drucksache 125/20 wiegt schwer und sitzt wie ein Stachel im Gesäß der Biker. Etliche Vereine haben sich gebildet und stemmen sich gegen potentielle Beschränkungen. Top!

Mittlerweile gelange ich jedoch immer mehr zu der Erkenntnis, dass in einigen Fällen deren Engagment im Verein mehr schadet, denn nützt. Den richtigen Motivationsansatz kann und will ich niemandem absprechen, aber für mich steht fest, dass einige Protagonisten ob der immensen Einflüsse komplett überfordert sind und es zudem hier und da zu einer Art Selbstbeweihrauchung kommt, die zu Einzelentscheidungen führen und intern erhebliche Spannungen auslösen.

Nach meinen Erfahrungen haben diese aber selten etwas mit der Sachebene zu tun, sondern damit, dass führende Leute der Meinung sind, das man sich an Absprachen nicht zwingend halten muss und sie einfach mal so ihr eigenes Ding durchziehen, weil sie glauben, dass ihre Position im Verein Alleingänge rechtfertigt. Und genau das ist mein Punkt!

Top-Anzeige

Da werden mit anderen Vereinen und/oder Aktiven als Vertreter der eigenen Communitiy Absprachen getroffen und es sind dann einzelne Personen, die diese fallen lassen, ohne überhaupt die gesamte Führungsriege mit einbezogen zu haben und das, obwohl es klare Absprachen im Vorfeld gegeben hat, wie man mit einer gemeinsamen Entscheidung umzugehen hat.

Für das Positionspapier aus 2020 als Bespiel, welches in Malsfeld bei Kassel als gemeinsame Initiative der Beteiligten entschieden wurde, gab es die klare Absprache, dass es alle bei interner Zustimmung unterschreiben und als letzte Maßnahme in die Gruppen für ein Voting einstellen. Nehmen die Gruppenmitglieder es mehrheitlich an, ist es verbindlich angenommen und die Unterzeichner arbeiten damit. Das Voting war also die letzte Instanz und danach ist an dem Papier nicht mehr zu rütteln. Veränderungen müssen von allen Unterzeichnern abgestimmt werden!

Nun, nach den erfolgreichen Votings in allen Gruppen (mit mindestens 90% Zustimmung) hat keiner der Beteiligten damit öffentlich gearbeitet und die eigenen Mitglieder erkennbar darauf eingeschworen, aber geschenkt, denn hier fehlen einfach Erfahrungen und mangelnde Erfahrung werfe ich niemanden vor. Wenn ich jedoch Kenntnis darüber erhalte, dass nach einem erfolgreichen Voting die Nummer von Einzelpersonen in die Tonne geworfen wurde, dann wird es unschön. Denn damit wird nicht nur ganze Aktion konterkariert, nee, man ist wortbrüchig geworden.

Nun ist es ja durchaus möglich, das mein Informationsgeber in diesem Punkt selbst andere Motivationen hat, weil auch er im Clinch mit einigen aus der Führungsebene liegt und auf sagen wir mal kreative Art und Weise die Vergangenheit abarbeitet, das persönliche Ego die eigentliche Motivation darstellt. Fakt ist, alles was ich persönlich im Hintergrund mitbekommen habe bestätigt meine Erkenntnis, dass einige selbst ernannte Leader ganz und gar nicht geeignet sind solche Vereine zu führen, weil ihr persönliches Standing immer wieder dazu führt, dass es in der eigenen Community zu Spannungen und Ausgrenzungen kommt.

Was nun das Positionspapier anbelangt bin ich mit meiner heutigen Erkentnis sogar recht froh, das es nicht zum Tragen gekommen ist, ich wäre da vermutlich mittelfristig komplett durchgedreht, aber diese konkrete Nummer ist ohnehin nur ein Beispiel von vielen. Die Leute qautschen ja gerne und oft, merken selber nicht, was sie einem sagen und welche Wechselwirkungen dadurch entstehen. Teilweise belasten sie sich mit ihren unbedachten Äußerungen auch noch selbst ud wundern sich dann, wenn sie angepfiffen werden.

Top-Anzeige

Fazit!

Biker sind wie sie sind, sie haben einen große Fresse und poltern gerne. Das politische Parkett ist ihnen fremd und es muss sich niemand einbilden, das er mit den verantwortlichen Amtsträgern auf Augenhöhe spricht, nur weil er sich in einem konkreten Punkt Wissen angeeignet hat. Schon gar nicht mit den Berufspolitkern.

Als Clubberer habe ich vermutlich den Vorteil, dass ich schon desöfteren mit Entscheidungsträgern zu tun hatte, die mir auf Kumpel kommen, um Reaktionen auszulösen, die sie dann brachial gegen mich verwenden können. Also rede ich mit diesen Leuten nur auf der jeweiligen Sachebene, egal wie nett und zuvorkommend sie rüber kommen.

Die Vereine müssen sich auf die Sachebene konzentrieren, arbeitet die Kernelemente heraus und schwört eure Leute darauf ein. Wenn die das teilweise nicht mitttragen, müssen sie halt gehen. Dann habt ihr halt weniger Mitglieder, aber die Verbliebenen, die habt ihr gefestigt!

Bildet euch vor allem nicht ein, dass ihr für alle Motorradfahrer kämpft, ein Blick in die Foren macht das ja wohl für jeden Deppen erkennbar, dass die sich eben nicht enig sind und ohne zu Zucken bereit sind andere auszugrenzen. Ich mache mich für solche Leute jedenfalls nicht gerade. Das wichtigste jedoch ist, dass ihr euer gegebenes Wort haltet, selbst auf die Gefahr hin, dass es sich im Nachhinein als Fehler erweist. Nobody is perfect!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.