Klangwelten: „Urbane Dekadenz“!

Die erste CD von Glutsucht!

Um es gleich mal vorweg zu nehmen, der Dicke ist kein Musikkritiker. Ab und an landen jedoch immer mal wieder CD’s in meinem Postkasten und wenn ich Bock habe ziehe ich mir diese rein. Wie in diesem Fall, als ich gestern die erste CD von Glutsucht mit dem Titel „Urbane Dekadenz“ in den Player einschob.

„Urbane Dekadenz“ erschien unter dem Label von STF Records.

Mein Empfinden!

Etliche Leute aus den Gefilden in und um Oldenburg herum, werden das Trio vermutlich bereits kennen, allerdings unter dem Namen Gentility. Als Gentility hatte sich die Kombo bereits über die Jahre hinweg eine amtliche Base aufgebaut und war beliebter Act auf etlichen Konzerten und Festivals. Auch bei Bikes, Music & More Vol. 4 auf dem TÜV-Gelände in Delmenhorst waren Gentility zu Gast und haben durchaus amtlich abgeliefert.

Glutsucht steht nach eigenem Bekunden für die Synergie aus glühenden Texten sowie süchtig machender Rockmusik. Süchtig bin ich nicht geworden, obwohl nahezu alle Tracks auf der CD sehr gefällig arrangiert sind und mit hoher muskalischer Präzision abgeliefert werden. Ja, die CD macht insgesamt durchaus Spaß.

Der Sound von Glutsucht besticht durch dynamisch Riffs, was direkt im Opener „Im Auftrag des Herrn“ unter Beweis gestellt wird. Das Teil geht richtig fett nach vorne ab, geiles Gitarrensoli inklusive, und erzeugte in mir eine hohe Erwartungshaltung für die restlichen 10 Tracks. Allerdings holte mich erst der Song „Medusa“ wieder auf das Hörlevel des Openers, ein geiler Rocksong, belegt mit einem sehr gefälligen Break.

Glutsucht sind Dirk Michaelis (Gesang/Gitarre), Julia Michaelis (Bass/Gesang) sowie Ingo Hanke (Drums/Gesang)

Die Texte!

Glutsucht präsentieren sich mit deutschen Texten, die durchweg mit Metaphern besetzt sind. Das ist ein Kernelement der Lyrics, durch die eine leicht nachvollziehbare Bildsprache im Kopf entsteht. Insofern kommen die Texte gut auf den Punkt und vermitteln durchaus klare Botschaften. Wer genau hinhört erkennt klare Kritik an den Eliten und dem Mainstream in der Gesellschaft. Das Thema ist mittlerweile aber selbst zu einer Art Mainstream geworden. Anklagen ist trendy!

An dieser Stelle stellt sich für mich daher stets die Frage nach der Authentizität. Nehme ich Glutsucht seine Botschaften ab? Sind es intellektuelle Gedankenspiele oder der selbst erlebte Dreck der eigenen Milleus? Tja, und wirklich sicher bin ich mir da nicht. CD-Cover, Booklet, Bandfotos, all das ist hoch professionell erstellt, kein Wunder, zwei aus dem Trio sind Marketingprofis, aber mir fehlt ganz einfach der Rotz, welcher schon durch die Narben in den Gesichtern zu erkennen ist. Fraglich bleibt somit für mich, ob „Urbane Dekadenz“ das Ergebnis eigener Erlebnisse oder eine Art Rollenspiel ist.

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Fazit!

Kann ich mir das Trio als einzige Band auf einem offenen Abend in einer Rockerbude vorstellen? Eher nicht, ich sehe Glutsucht aber durchaus als Act auf einem Bikertreffen mit einer breiten Bandauswahl. Live waren sie bisher in jedem Fall eine Bank.

Wer coole Rockmusik hören möchte, der macht mit dem Kauf der CD „Urbane Dekadenz“ keinen Fehler. Damit ihr das vor dem Erwerb der CD besser einschätzen könnt, baller ich euch noch eben zwei Videos rein. Lautstärkeregler hoch!

Kontakt: www.glutsucht.de

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.