Kuttenverbot: Bochum schließt Rocker aus!

Für die Veranstaltung „Bochum total“ hat die zuständige Behörde im Rahmen einer Allgemeinverfügung ein Kuttenverbot ausgesprochen. Nun, das kenne ich bereits u.a. von  dem Bremer Freimarkt, für den es seit mehreren Jahren regelmäßig verhängt wird. Allerdings bewerte ich diese Verbot etwas anders, da es im Gegensatz zu Bremen, nicht nur den unmittelbaren Veranstaltungsraum betrifft, sondern räumlich wesentlich weiter gefasst wurde.

Screenshot: „Schon wenn ihr rumkommt und mit uns das Leben feiert!“. Gilt nicht für Rocker!

Zur Klarstellung!

Das Bochumer Kuttenverbot ist zeitlich begrenzt. Es tritt am 04. Juli um 15 Uhr in Kraft und dauert bis zum 08. Juli um 01.00 Uhr. Insofern kann man es nicht mit dem bestehenden Kennzeichenverbot nach dem VereinG vergleichen, welches ja dauerhaft das Tragen bestimmter Insignien verbietet. Faktisch gibt es allerdings keinen Unterschied, soll heißen, Rocker sind nicht willkommen.

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In der Verfügung werden eine Vielzahl von Clubs oder Rocker-ähnliche Gruppierungen benannt. Aber Obacht, man sollte nicht meinen, nur weil man dort namentlich nicht erfasst ist, dass es einen nicht betreffen kann, denn die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Liste nicht abschließend ist. Schon alleine deshalb gehe ich davon aus, dass kein Club das Event in voller Montur besuchen wird. Unabhängig von einem möglichen Platzverweis mit Strafgeld in Höhe von 500 Euro pro Kopf, ist es auch eine Frage von Solidarität gegenüber der Szene, sich das Event zu klemmen.

Wenn man sich diese Liste nun genau anschaut, ist sofort zu erkennen, dass auch eine Vielzahl von Nicht-1%er-MC’s benannt werden. Spätestens an dieser Stelle trifft die Aussage der vom generellen Insignienverbot betroffenen Clubs auf fruchtbaren Boden, die gebetsmühlenartig verkünden: „Heute wir, morgen ihr!“. Tatsächlich bekomme ich beim Betrachten der Liste den Eindruck, dass hier keinesfalls differenziert agiert wurde. Was man im Pott kennt, wird aufgenommen, darunter etliche Clubs, die noch nie von der Presse im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen erwähnt wurden und für die es bei der Polizei auch keine relevanten Erkenntnisse gibt.

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Kommt mir nun ja nicht mit dem Argument, dass wir das den vom Insignienverbot betroffenen Clubs zu verdanken haben. Das ist für mich nämlich kein Argument. Denn in Vorbereitung auf das Verbot nach VereinsG hat die Politik ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass es nicht um die Clubs geht, die einfach nur ihre Zusammengehörigkeit in einem MC zum Ausdruck bringen. Doch warum werden diese nun teilweise dezidiert benannt? Gehören denn plötzlich zum Beispiel der Roadbreaker MC oder die Ghost Gang Wuppertal zu den Clubs, die man im Umfeld der Ok sieht? Ganz sicher nicht!

Für mich ist dieses Verbot ein weiteres Indiz dafür, dass die Argumentation der Politik nur vorgeschoben ist und es letztlich darauf hinaus läuft, dass man Rocker in Kutte aus der Öffentlichkeit verbannen möchte. Ich mache u.a. dieses zum Thema für den Biker Talk am 13. Juli im A1 Hotel und bin sehr gespannt, wie ihr das seht. Abschließend hier der Link zur Verfügung selbst.

https://m.bochum.de/C12571A3001D56CE/vwContentByKey/W29WRBAD283BOCMDE/$file

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.