Moorcycle Jamboree: Das 30th Anniversary – Teil 2!

Der Freitag!

Freitag und Samstag startet das Motorcycle Jamboree traditionell mit den Biker Games des HD BC. Dieses Angebot ist klar auf den Spaß ausgerichtet und entsprechend groß war in der Vergangenheit die Frequenz. Der Kurbelwellenweitwurf, Fang das Ei, Fassrollen mit dem Bike, Schnapp die Wurst sowie Loudest Pipe sind hier die Disziplinen, an denen auch in diesem Jahr einige Besucher teilnahmen. Nicht so viele wie sonst, aber den Spaß hat das keinesfalls gemindert.

Insbesondere Schnapp die Wurst ist jedes Mal dazu geeignet, allen Zuschauern ein derbes Grinsen ins Gesicht zu zaubern, denn es ist schon teilweise kurios, wie der Sozius versucht, an die mit reichlich Senf bekleckerte Wurst am Band zu schnappen, was von Member Arze stets mit schrägen Kommentare moderiert wird.

Knorkator waren am Freitag das muskalische Highlight und räumten erneut ab.

Das Line Up!

Danach stieg man in das Line Up auf der Mainstage ein. Meine Dienstzeiten an der Kasse 3 lagen so, das ich mich auf The Reverend Andrew James Gang freuen durfte. Dahinter verbirgt sich der in der Bikerszene sehr beliebte Ski King, der bereits bei seiner Premiere auf dem Jamboree bewiesen hat, dass er ein geiler Performer ist und mit der Band einen grandiosen Gig ablieferte.

Leider wurde daraus aber nichts. Einige Bandmitglieder waren an Corona erkrankt. Statt den Gig zu streichen, reagierte man prompt, zog Trashbeat vor und präsentierte nachfolgend Ski KIng solo im Zelt. Wie mein Sohn mir berichtete, erwies sich Ski King erneut als absolute Bank. Das Publikum dankte es ihm mit einer hervorragenden Stimmung. Der Mann wird sicherlich wiederkommen.

Ski KIng lieferte im Zelt eine klasse Performance ab.

Trashbeat kannte ich nicht und war etwas verwundert Moderator Knicki Knacki auf der Bühne am Bass auszumachen. Das er Musik macht, ist mir bekannt, aber sich selbst auf der Bühne als Akteur auf dem Jamboree zu präsentieren, birgt ja nun auch das Risiko in sich, dass er die Nummer verkackt und sich Backstage jede Menge Sprüche anhören muss. Es lief super und ich muss sagen, die Kombo kann was. Treibende Beats und eine Stimme mit gefälliger Phrasierung sind das Markenzeichen von Trashbeat. Das passte vorne und hinten für mich. Wiederholungsgefahr!

Der absolute Headliner am Freitag waren Knorkator. Diese Band liebt man oder man hasst sie. Ich gehöre zur letzteren Fraktion. Damit wir uns nicht missverstehen, lyrisch und musikalisch haben die Berliner echt was drauf. So simpel sich die Texte oftmals anhören, da steckt Intelligenz dahinter, nur leider bekomme ich beim Gesang von Frontmann Stumpen jedes Mal Pusteln. Die Stimmung vor der Bühne war aber erneut fantastisch, Knorkator beim Jamboree zu besetzen ist so gesehen nie ein Fehler.

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Die Leute!

In jungen Jahren versuchte ich stets so viel Musik wie möglich zu erleben. Das hat sich komplett gewandelt, denn ich habe mich gewandelt, was natürlich ganz wesentlich mit meinem Magazin zusammenhängt. Heute definiert sich für mich das Jamboree insbesondere durch die Atmosphäre, die von den Besuchern selbst ausgeht. Es sind die Begegnungen mit Szenegängern, die man oftmals nur auf dem Jamboree sieht, weil sie eben aus einem völlig anderen Kiez kommen. Hier bekommen sie ein Gesicht, sind erlebbar.

Das Fratzenbuch ist dabei als Wegbereiter durchaus nützlich, aber das Salz in der Suppe sind und bleiben die Live-Kontakte und nirgendwo sonst ist es so einfach Leute kennenzulernen oder bereits bestehende Kontakte zu vertiefen, wenn man sich darauf einlässt. Das sind dann nicht immer lange Gespräche, oft nur kurze Momente, aber in Summe stelle ich durch sie immer wieder fest, dass ich in der richtigen Welt lebe.

Spaß mit Flemmy 1%er und seinen Leuten.

Momente wie mit Enrico und Rainer, beide Member des Boundless MC, oder mit den Essener Freeways, allen voran Flemmy 1%er, den ich ob seiner Loyalität und geraden Art schätze, Jo aus Remscheid, Störte 1%er, der nach schwerer Krankheit wieder dort ist, wo er hingehört und sich erneut den Rock ‚N‘ Roll gibt, lange Touren mit anderen Clubs fährt und auf seine Art ein Together lebt, wovon viele sich eine Scheibe abschneiden können. Auch der Talk mit Stefan aus Surwold, der Mitglied im HOG-Chapter Steelworks ist und der sich sehr für die MC-Szene interessierte.

Die Essener Freeways hatten eine gute Zeit auf dem Jamboree.

Aber auch die Begegnungen an Kasse 3, wo man von den Campern beim Kassendienst regelrecht gemustert wird und ich mir mit der Truppe erstmal meine Scherze erlaube und für meine dummen Sprüche den Hut rumgehen lasse, was zu allgemeiner Heiterkeit führt. Natürlich gibt es auch die ernsteren Themen, Clubpolitik halt. Ich gehe keinem Gespräch aus dem Weg, suche es auf dem Jamboree aber auch nicht aktiv. Das Jamboree ist ein großer Kessel Buntes, die Clubdichte war dieses Jahr enorm, ich will mich dort nur nicht ärgern müssen oder mir die Atmosphäre selbst versauen. Das kann man bei anderer Gelegenheit viel besser, vor allem nüchtern und konzentriert.

Fazit Freitag!

Das Jamboree ist das Jamboree. Es ist an sich immer geil, wenn man den richtigen Spirit mitbringt. Klar gefällt einem die Musik, das Foodangebot oder die Händlermeile mal mehr, mal weniger, aber letztlich ist das Motorycle Jamboree eines der wenigen Biker-Events außerhalb der Clubpartys, wo derart viele Szenegänger sich auf Augenhöhe begegnen und zusammen eine total relaxte Zeit verbringen.

Schaut euch nur mal die Kommentare im Netz an. Ich habe mit vielen Premierengästen kurz gechattet und mir reichlich Feedbacks gezogen. Diese waren oftmals total geflasht und wollen unbedingt wiederkommen. so wie ein Fan der Band Unantastbar, der mir sagte, dass er durch das Jamboree wieder voll Bock auf Karre hat und noch nie so viele geile Leute auf einem Haufen erlebt habe. Und mit geilen Leuten meint er euch!

Kontakt: https://www.facebook.com/MotorcycleJamboree

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? PR Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.