Wie ich das sehe!
Ich kenne etliche Member, deren Söhne den Weg in denselben MC gefunden haben, in dem der Vater aktiv ist. Überraschend ist das keineswegs, denn oftmals nehmen die Kinder am jeweiligen Clubleben des Vaters schon in jungen Jahren teil. Man nimmt sie mit zu offenen Abenden, Clubfeiern oder auch dem einen oder anderen Bikertreffen. Es findet also über die Jahre hinweg eine gewisse Prägung statt.
Wenn der Sohn eine absolut freie Entscheidung trifft, ist das auch definitiv zu begrüßen. Problematisch kann es aber werden, wenn die Grundmotivation darin besteht, dass der Sohn dem Vater in irgendeiner Form genügen möchte. Das geht oftmals nur eine gewisse Zeit gut. Denn die Söhne entwickeln sich weiter, entdecken andere Interessen. Plötzlich steht das Clubleben im Widerspruch zu dem, was man eigentlich will. Es fehlt plötzlich die Zeit, allem gerecht zu werden.
Hinzu kommt unweigerlich ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Wenn der „Alte“ schon etliche Jahre auf dem Buckel hat, gilt für den Sohn nicht selten eine erhöhte Erwartungshaltung im jeweiligen Chapter/Charter. Motto? Der hat doch genug mitbekommen und weiß, wie es läuft. Die Messlatte liegt also höher. Das mag sein, aber eine veränderte Lebenssituation findet oftmals in einem Moment statt, wo die Söhne noch eine eigenen Identität aufbauen und sich vollends vom Elternhaus abnabeln.
Insofern ist es mehr als richtig, dass bei den meisten Clubs ein Mindestalter vorausgesetzt wird, damit man dem Club beitreten kann. In der Regel liegt das bei 21 Jahren, wobei ich persönlich sogar für ein höheres Mindestalter plädieren würde, da heutzutage die Entwicklung erst später vollends abgeschlossen ist, als früher. Trotz der bekannten Nachwuchsprobleme in der Szene.
Wie auch immer. Wenn der Bengel Ambitionen hat, demselben Club beizutreten, sollte man ihm im Vorfeld alle wichtigen Aspekte aufzeigen. Es ist und bleibt vom Start weg gesehen eine Lebensentscheidung und die möchte man nicht deshalb verkacken, weil eine neue Uschi ins Leben tritt und es plötzlich in der Mitte häufiger juckt.
Übrigens, wenn man dem Sohnemann die richtigen Werte vermittelt, profitiert er auch in vielen anderen Lebenslagen davon, auch dann, wenn er sich für einen anderen MC entscheidet. Wenn das Verhältnis stimmt, ist nämlich auch das kein Beinbruch. Meinungen?
Passend zum Thema: https://konfliktklaerer.de/vater-und-sohn-eine-beziehung-mit-wirkung/